Weihnachtliche Gewürze

Gewürze wie Kardamon, Muskat, Zimt oder Gewürznelken waren in früheren Zeiten sehr kostbar. Sie mussten von weit her auf gefährlichen Weg importiert werden und wurden deshalb natürlich meist nur für festliche Anlässe verwendet. Pfeffer war damals der Sammelbegriff aller exotischen Gewürze. Diesem Umstand verdanken beispielsweise Pfefferkuchen ihren Namen.
Gewürze verleihen Speisen und Gebäck nicht nur ein besonderes Aroma, ihre ätherischen Öle wirken oft antibiotisch oder verbessern das persönliche Wohlbefinden.
Nachfolgend eine Zusammenstellung verschiedener winterlicher Gewürze.

Sternanis

Sternanis (Illicium verum) sind die Sammelfrüchte eines Magnolienbaumes. Er wird in Südostasien angbebaut. Im Handel sind die reifen ganzen und die gemahlenen Früchte.
Sternanis wird gerne als Weihnachtsgewürz für Gebäck oder Glühwein und als Bestandteil von Teemischungen verwendet. Er duftet wie Anis, der Geschmack ist jedoch voller. Sternanis ist auch zur Dekoration von Weihnachtsgestecken beliebt, er verbreitet einen angenehmen Duft in den Räumen.
Die ätherischen Öle des Sternanis wirken antibaktriell und verdauungsfördernd. Sternanis-Tee wird bei Husten oder Verdauungsbeschwerden getrunken. Das Kauen der Früchte nach dem Essen soll die Verdauung fördern und Mundgeruch unterbinden.


Anis

Anis (Pimpinella anisum) stammt aus der Familie der Doldenblütler. Die Pflanze ist einjährig. Sie blüht von Juli bis September. Aus den Blüten entwickeln sich die grau-grünen Spaltfrüchte. Sie reifen nicht zur gleichen Zeit heran und werden im Zeitraum August bis September geerntet. Ursprünglich ist Anis im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Er wird heute weltweit in Gebieten mit gemäßigtem Klima angebaut.
In der Weihanchtsbäckerei wird Anis gerne zum Würzen von Lebkuchen und Pfefferkuchen verwendet. Besonders bekannt sind die Anisplätzchen:

Rezept Anisplätzchen:

Zutaten
je 1 Ei
50 g feiner Zucker
100 g Mehl
1/2 TL gemahlener Anis

Zubereitung:
  • Eier und Zucker werden schaumig geschlagen.
  • Das Mehl sieben und mit dem Anis unterheben.
  • Die Masse in einen Spritzbeutel mit Lochtülle geben.
  • Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit dem Spritzbeutel kleine Tupfen spritzen.
  • Die Plätzchen über Nacht (ohne Zugluft) trocknen lassen. Am nächsten Morgen im vorgeheiztem Backofen bei 150 °C etwa 15 bis 20 Minuten backen.
Beim Backen setzen sich dann die sogenannten Füßchen ab.

Werden ganze Anissamen im Mörser zerstoßen, entwickelt sich das Aroma sehr viel stärker als bei Verwenndung von gemahlenem Anis. Wegen der hohen Würzkraft sollte Anis genau wie Sternanis sparsam verwendet werden.
Die ätherischen Öle des Anis wirken antibaktriell, reizstillend bei Husten, verdauungsfördernd und beruhigend.


Koriander

Koriander (Coriandrum sativum) gehört ebenfalls zur Familie der Doldengewächse. Die einjährige Pflanze wird im Mittelmeerraum, in Polen und in den Niederlanden angebaut. Die reifen Koriandersamen werden ab August geerntet. Koriander ist im Handel als ganze Samen und als Pulver erhältlich. Das Aroma ist süßlich - würzig, mit einer leichten Schärfe. Es entwickelt sich am besten, wenn der Samen vor Verwendung frisch zerstoßen wird. Die ätherischen Öle des Korianders (Coriandrol, Pinen) wirken verdauungsfördernd und antiseptisch. Daher wird er auch gerne als Basis zur Herstellung von Kräuterlikören verwendet.
Koriander ist - neben Zimt, gemahlenen Nelken, Muskat, Kardamon, Ingwer und Piment - Bestandteil des Lebkuchengewürz und wird in der Weihnachtsbäckerei zum Würzen von Lebkuchen, Aachener Printen und Spekulatius verwendet.


Piment

Piment oder Nelkenpfeffer wurde in Europa erst spät, mit der Entdeckung Amerikas, bekannt. Der Geschmack begeisterte die verwöhnten Gaumen der damaligen Gesellschaft: Eine Mischung aus Nelke, Pfeffer, Zimt und Muskat. Der würzige, süßlich brennende, pfeffrige Geschmack ist charakteristisch für Piment.
Piment sind die getrockneten Früchte (Beerenfrüchte) des Pimentbaumes (Pimenta dioica) . Der Pimentbaum wächst in Jamaica und in Costa Rica. Er gehört zur Familie der Myrtengewächse. Die Früchte werden kurz vor der Reife gepflückt und in der Sonne getrocknet. Sie nehmen dabei eine Rotfärbung an. Piment sollte man als ganze Ware kaufen und in der Gewürzmühle oder im Mörser zerkleinern. Piment wirkt verdauungsfördernd.


Kardamon

Kardamon stammt ursprünglich aus Südindien und Sri Lanka. Kardamon ist der Samen aus der Fruchtkapsel des Kardamonstrauches (Elettaria cardamomum), der zur Familie der Ingwergewächse gehört. Die Kapseln werden unreif, bevor sie aufspringen, geerntet und getrocknet. Kardamom ist als ganzer Samen und als Pulver im Handel erhältlich. Er schmeckt süßlich - würzig, scharf und leicht nach Zitrone. Kardamon ist Bestandteil des Lebkuchengewürzes und wird wie die vorgenannten Gewürze im Rahmen der Weihnachtsbäckerei gerne für Lebkuchen und Spekulatius verwendet.
Seine ätherischen Öle wirken verdauungsfördernd und appetitanregend.


Gewürznelken

Gewürznelken sind die getrockneten Knospen des Nelkenbaumes (Syzygium aromaticum), ein Myrtengewächs. die Hauptanbaugebiete liegen auf Madagskar und Sansibar. Im Handel sind die getrockneten Knospen und das Nelkenpulver.
Nelken duften und würzen intensiv. Sie schmecken fruchtig, scharf pfeffrig und leicht bitter. Hauptgeschmacksträger ist Eugenol, ein wesentlicher Bestandteil der ätherischen Öle, die zugleich auch antiseptisch sowie verdauungsfördernd und appetitanregend wirken.
In der Weihnachtszeit werden Gewürznelken gerne für die Zubereitung von Glühwein und für Lebkuchen verwendet.


Zimt

Zimt darf zur Weihnachtszeit nicht fehlen.
Zimt ist die abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige des Zimtbaums (Cinnamonum zeylanicum oder C. cassia), der zur Familie der Lorbeergewächse gehört. Die Rinde wird geschält, fermentiert und getrocknet. Sie kommt in eingerollten, ineinander gesteckten Stücken als Stangenzimt bzw. zu Pulver gemahlen in den Handel. Als Stangenzimt wird v.a.der zarte, matt hellbraune Ceylonzimt (Kaneel) verkauft. Je dünner seine Rinde ist, umso feiner ist das Aroma. Ceylonzimt wird vor allem in Südindien, auf Sri Lanka, den Seychellen, Madagaskar, Martinique, Jamaika und in Brasilien angebaut. Der Hauptlieferant für Zimt ist heute China. Chinazimt (Cassia) ist dunkler in der Farbe und in Aroma und Geschmack kräftiger und würziger als Ceylonzimt. Er wird meist zu Pulver vermahlen und wegen seines kräftigen Geschmacks auch mit Ceylonzimt veredelt.
Zimt schmeckt leicht süß, würzig bis feurig brennend. In Advents- und Weihnachtszeit wird Zimt gerne zum Würzen von Gebäck und zum Aromatisieren von Glühwein, Punsch und Tee verwendet.



Rezept Spekulatius

Zutaten:
500 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g Zucker
1 Prise Salz
100 g geriebene Mandeln
je 2 Messerspitzen Kardamom, Nelkenpulver
1 TL Zimt
abgeriebene Zitronenschale
2 Eier
250 g Butter

Zubereitung:
  • Ein Backblech einfetten.
  • Aus den angegeben Zutaten einen Mürbeteig herstellen.
  • Den Teig in dritteln und portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2 mm dick ausrollen.
  • Mit einem Spekulatius-Model (oder anderen Formen) Plätzchen ausstechen.
  • Die Plätzchen auf das Backblech legen und bei 180 °C 10 bis 12 Minuten backen.

Quelle: Fachverband für Energiemarketing und -anwendung HEA (Hrsg.): Das elektrische Kochen, VWEW Energieverlag Frankfurt am Main 2001


Weitere Informationen
In der Diskussion: Zimt
Zimt, im Internet unter www.was-wir-essen.de (Zugriff 12/2008)
Gewürze
Backtriebmittel





brigitte.weis-lehmler@dlr.rlp.de     www.Ernaehrungsberatung.rlp.de drucken