Holunder – Lebenskraft aus heimischer Natur

Der Schwarze Holunder war früher auf dem Lande auf jedem Gehöft als Hausbaum zu finden. Ihm werden viele positive Wirkungen zugeordnet. Deshalb wird er auch „das Apothekenkästchen der Bauern" genannt.

Der Holunder wächst in der Natur an Wald- und Wegrändern. Er wird aber auch gerne in Gärten und gemischten Obstkulturen angepflanzt, in den letzten Jahren auch erwerbsmäßig in Plantagen.

Alle Teile des Schwarzen Holunders sind nützlich. Sowohl die Früchte als auch die Blüten, Blätter und Rinde finden in der Ernährung oder als Medizingrundstoff ihre Verwendung.
Blätter und Rinde des Holunderstrauches haben eine abführende, harntreibende und blutreinigende Wirkung. Die Holunderbeeren können grippalen Effekten vorbeugen. Insbesondere Vitamin C, Anthocyane und Flavonoide unterstützen die Immunabwehr des Körpers. Ein heißer Tee aus den Holunderblüten wirkt Schweiß treibend und ist ein klassisches Mittel bei Erkältung.

Im Mai und Juni ist die Zeit der Holunderblütenernte. Die Blüten müssen an einem trockenen, sonnigen Tag geschnitten werden, da sich die ätherischen Öle überwiegend im Blütenstaub befinden. Die cremeweißen Blütendolden werden vorsichtig ausgeschüttelt, um eventuelle Insekten zu entfernen. Für die Vorratshaltung können die Blüten getrocknet werden. Sie sind Grundlage für die Herstellung von Holundergelee, Holunderlimonade, Holundersekt und den bereits angesprochenen Holundertee.

Die Erntezeit der Holunderbeeren ist im August bis September. Die Beeren sollten nicht roh verzehrt werden. In den Samen der reifen Beeren, in den unreifen Früchten und in den grünen Stielen ist ein Blausäureglucosid - Sambunigrin - enthalten, das Blausäure abspalten kann. Vor allem der Verzehr der rohen Beeren kann zu Erbrechen, Magenkrämpfen und Übelkeit führen. Sambunigrin wird durch Erhitzen zerstört.
Die Früchte lassen sich vielseitig verwenden. Sie werden am besten mit einer Gabel vorsichtig von den Stielen abgestreift und dann zu Saft, Gelee, Konfitüre, Fruchtsuppen, Likör, Wein, Kuchen u.v.m. weiter verarbeitet.


Rezept: Holunderlimonade

4 HolunderblütendoldenAlle Zutaten in einen großen Glaskrug geben, mit einem Tuch abdecken und 4 -5 Tage in die Sonne stellen. Dabei öfter umrühren. Wenn in dem Wasser die ersten Bläschen aufsteigen, wird die Limonade in Schraubflaschen abgefüllt.

Nach einer 14-tägigen Ruhezeit in einem kühlen Keller ist die Limonade trinkfertig. Man sollte die innerhalb von 1-2 Wochen trinken, da sich sonst Alkohol bildet.
250 g Zucker
2 l Wasser
2 Zitronen (unbehandelt, in Scheiben)



Weitere Informationen zu Wildfrüchten:
Wildfrüchte - Gesundheit zum Sammeln





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