Wein und Gesundheit

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf die gesundheitsfördernden Wirkungen des Weines hin. Ein geringer bis moderater Weingenuss wirkt positiv auf Herz-Kreislauf-System und arteriosklerotische Gefäßveränderungen. Er senkt das Risiko der koronaren Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße, verursacht oft durch arteriosklerotische Gefäßveränderungen). Ein moderater Weingenuss scheint auch positive Effekte auf das Erkrankungsrisiko bestimmter Krebsarten zu haben.
Diese Wirkungen werden im Wesentlichen auf den Alkohol und die Polyphenole im Wein zurück geführt.

Anstoß zur wissenschaftlichen Bearbeitung des Themas “Wein und Gesundheit” gaben Ergebnisse von Studien, wonach die Sterblichkeit (in erster Linie die Herzinfarktsterblichkeit) von untersuchten Bevölkerungsgruppen bei mäßigem Weinkonsum niedriger liegt als bei abstinenten Vergleichsgruppen. So findet man in den Mittelmeerländern - allen voran Frankreich - deutlich mehr klassische Risikofaktoren für Herzinfarkt (Rauchen, Cholesterinaufnahme) - und dennoch die niedrigsten Herzinfarktraten der westlichen Welt. Dieses Phänomen fand unter dem Stichwort “French Paradox” Eingang in die wissenschaftliche Literatur. Nach heutigen Erkenntnissen kommen neben dem Lebensstil bestimmten Ernährungsfaktoren und hier unter anderem dem Weingenuss eine hohe Bedeutung zu.



Was macht Wein gesund?

Zunächst ist es der Alkohol (Äthylalkohol), der über die Schleimhäute des Mundes und des Magen-Darm-Traktes ins Blut und damit zu allen Körperzellen gelangt, wo er seine Wirkungen entfalten kann.

Alkohol kann über verschiedene Mechanismen wirken. Moderater Alkoholgenuss kann das "gute" Cholesterin, das so genannte HDL-Cholesterin (high density lipoprotein) erhöhen und so die Blutcholesterinwerte günstig beeinflussen. Er verzögert die Blutgerinnungszeit und verbessert die Auflösung eventueller Blutgerinnsel (Fibrinolyse). Außerdem wirkt Alkohol leicht gefäßerweiternd und entzündungshemmend. Diese Effekte treffen auf Wein genauso zu wie auf Bier und andere alkoholische Getränke zu.

Die Stoffe, die dem Wein darüber hinaus präventivmedizinische Bedeutung zukommen lassen, heißen “Polyphenole” und zählen zu der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Alkohol stabilisiert sie und fördert ihre Aufnahme vom Darm ins Blut. Polyphenole sind eine vielfältige Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Hierzu zählen rote, blaue und gelbe Farbstoffe, Gerbstoffe oder Bitterstoffe.
Polyphenole wirken antioxidativ. Sie fangen aggressive freie Sauerstoffradikale im Körper ab und können dadurch Zellveränderungen oder auch einer Oxidation von LDL ("low density lipoprotein") vorbeugen. Oxidierte LDL werden als eine mögliche Ursache für die Entstehung von arteriosklerotischen Gefäßveränderungen diskutiert. Sauerstoffradikale werden heute für Alterungsprozesse und die Entstehung von Krebs und Herzgefäßkrankheiten verantwortlich gemacht.
Diese antioxidativen Wirkungen sowohl bei Rotwein als auch bei Weißwein festgestellt.

Polyphenole können außerdem verhindern, dass Blutplättchen "verklumpen" (Thrombozytenaggregation). Außerdem werden beispielsweise Blutdruck senkende Wirkungen, entzündungshemmende Wirkungen und günstige Einflüsse auf den Cholesterinspiegel beobachtet.


Wie viel Alkohol darf es sein ?

Dieser Beitrag möchte niemanden überreden, alkoholische Getränke aus gesundheitlichen Gründen zu trinken. Gesundheitsfördernde Wirkungen werden sehr viel stärker durch täglichen Verzehr von 5 Portionen Gemüse und Obst erzielt. Und ein Zuviel an Alkohol - und damit auch Wein - ist unbestritten schädlich – vor allem für Leber, Nervensystem, Gehirn und Herz. Darüber hinaus steigt bei Frauen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Aber bis zu welcher Alkoholmenge kann mit positiven Effekten gerechnet werden?

Eine eindeutige allgemeingültige Antwort ist nicht möglich, denn individuelle Faktoren beeinflussen die Trinkmenge, die als unbedenklich angesehen werden kann. Auch ist in bestimmten Situationen jeglicher Alkoholkonsum mit Risiken behaften und sollte grundsätzlich unterbleiben, dazu gehören Schwangerschaft, bestimmte Grunderkrankungen, bei Medikamenteinnahme, im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät gesunden Frauen, pro Tag nicht mehr als zehn Gramm Alkohol zu trinken. Gesunde Männern sollen nicht mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag trinken. 20 Gramm Alkohol sind beispielsweise in etwa 0,25 Liter Wein oder in 0,5 Liter Bier enthalten.

Zur Berechnung des Alkoholgehaltes in Getränken:
Das spezifische Gewicht von Alkohol beträgt etwa 0,8 g / ml, so dass bei:

Volumen Prozent
Alkohol je 100 ml
8,0 %
10,0 %
12,0 %
14,0 %
6,4 g
8,0 g
9,6 g
11,2 g
Nach französischer Lebensart sollte Wein eher zum Essen als unabhängig vom Essen getrunken werden. Günstig auch, neben dem alkoholischen Getränk Wasser zu trinken.

Ein Glas Wein mit Genuss getrunken verbessert das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität - in Verbindung mit einem gesunden Lebensstil und einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährungsweise.


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