Mit heimischen Frühkartoffeln in die Kartoffelsaison

In Rheinland-Pfalz hat die Frühkartoffelsaison begonnen. Laut Auskunft der Pfälzischen Früh-, Speise- und Veredlungskartoffel-Erzeugergemeinschaft hat die Ernte witterungsbedingt acht bis zehn Tage später begonnen als im Vorjahr. Zunächst wurden kleine Mengen für die Direktvermarktung geerntet. Nun können auch Groß- und Wochenmärkte sowie der Lebensmittelhandel mit den Knollen aus der Pfalz beliefert werden.


Vorteile heimischer Ware

Speisefrühkartoffeln aus Deutschland übertreffen in Qualität, Geschmack und Preiswürdigkeit die Importware. In den vergangenen Jahren eroberten im Frühjahr zunehmend Frühkartoffeln aus Drittländern die Regale des Lebensmitteleinzelhandels. Sie haben weite Wege hinter sich, denn sie stammen beispielsweise aus dem Wüstensand Ägyptens oder Israels. Umweltbewusste Verbraucher achten auf das Herkunftsland auf dem Etikett und meiden den Einkauf dieser Knollen. Sie warten auf das Angebot aus der Region.
Auch beim Geschmack schneiden Importkartoffeln schlechter ab. Wegen der dort oft fehlenden Spurennährstoffe, die beim Anbau in Deutschland und Westeuropa aus dem Boden nachgeliefert werden, zeigen sich Produkte ferner Herkunft meist hellfleischig und mit geringerer Geschmacksintensität.


Sorten bewusst wahrnehmen

Kartoffelsorten bieten ein umfangreiches Spektrum an Formen, Farben, Geschmack und Kocheigenschaften. Leider nehmen immer weniger Verbraucher die verschiedenen Sorten wahr. Dabei bereichert gerade diese Sortenvielfalt unseren Speiseplan.
Der aktuelle Renner bei den Frühkartoffelsorten ist die glattschalige und goldfleischige Annabelle. Diese Premium-Kartoffel eignet sich besonders als Salatkartoffel. Es folgt die Sorte Berber. Ab Juli sind weitere schmackhafte Sorten wie Belana, Cilena und Marabel zu erwarten. Frühkartoffeln sind bis 10. August im Handel. Sie eignen sich nicht zur Lagerung, da sie nicht ausgereift sind. Sie werden geerntet, wenn das Kraut noch grün ist. Dadurch ist die Schale nicht fest genug, um so vor Wasserabgabe und Welken zu schützen.

Die frühen Sorten haben den Vorteil, dass sie – gut gewaschen – mit der Schale verzehrt werden können und so neben Ballaststoffen die direkt unter der Schale konzentrierten Inhaltsstoffe, insbesondere Mineralstoffe, liefern.


Wirtschaftsfaktor „frühe Knolle“

Kartoffeln sind auch ein Wirtschaftsfaktor für die Pfalz. Die Region ist Deutschlands früheste Anbauregion. In diesem Jahr wurden 3.900 ha Frühkartoffeln gepflanzt. Zur Ernteverfrühung sind davon ca. 1.100 ha unter Folie herangewachsen. Die 325 kartoffelanbauenden Betriebe erwarten im Schnitt der Jahre eine Erntemenge von 110.000 bis 120.000 Tonnen Frühkartoffeln.


Weitere Informationen


Download: bsl_kartoffeln_2010.pdf



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