EHEC: Gute Hygienepraxis ist oberstes Gebot

Aktuell treten gehäuft Infektionen durch das Darmbakterium EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) auf, zum Teil mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen bis hin zu Todesfällen. Es handelt sich um den bisher größten Ausbruch in Deutschland und betrifft insbesondere Frauen.
EHEC bilden starke Zellgifte, die zu blutig wässrigen Durchfällen, kollikartigen Bauchschmerzen, Krämpfen, Erbrechen bis hin zum Nierenversagen (HUS = hämolytisches urämisches Syndrom) führen können.
EHEC sind natürliche Darmbewohner von Wiederkäuern und werden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Bisher waren rohe Lebensmittel, die vom Tier stammen, wie rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch und Rohmilch, die häufigste Ursache für EHEC-Infektionen. Bei den aktuellen Fällen besteht der starke Verdacht, dass die Erkrankungen durch Salat, Tomaten oder Gurken ausgelöst wurden, die mit den Bakterien verunreinigt waren.
Der eigentliche Ursprung der Kontamination ist bislang nicht geklärt. (31. Mai 2011)

Menschen können sich durch den Verzehr EHEC-verunreinigten Wassers oder verunreinigter Lebensmittel oder durch den direkten Kontakt zu infizierten Tieren und Menschen infizieren. Bei der Zubereitung von Speisen können die Erreger von einem belasteten Lebensmittel auf andere Lebensmittel übertragen werden. Möglich ist auch eine indirekte Übertragung über Hände, Arbeitsflächen oder Arbeitsgeräte.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt vorsorglich Verbrauchern, Blattsalate, Tomaten und Gurken nicht roh zu verzehren. Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten und Pasteurisieren werden EHEC abgetötet. Voraussetzung ist, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C im Kern des Lebensmittels erreicht wird.

Grundsätzlich ist sorgfältiges Händewaschen und eine gute Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln und bei der Zubereitung der beste Schutz vor einer EHEC-Infektion.


Wichtig
  • Händehygiene ist das „A & O“. Deshalb Hände vor der Zubereitung von Speisen und nach dem Kontakt mit rohem Fleisch – und anderen rohen Lebensmitteln – gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen.
  • Pasteurisierte oder ultrahocherhitzte Milch verwenden. Rohmilch immer vor Verzehr abkochen.
  • Fleisch vollständig durchgaren.
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln bzw. abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
  • Arbeitsflächen, Schneidbretter, Teller, Messer und andere Arbeitsgeräte, die mit rohem Fleisch in Berührung kamen, direkt mit heißem Wasser reinigen, um eine Übertragung auf andere Lebensmittel zu vermeiden. Empfehlenswert ist es grundsätzlich, unterschiedliche Schneidbretter und Arbeitsgeräte für die verschiedenen Lebensmittelgruppen zu verwenden.
  • Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60 °C waschen.
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr sehr gründlich waschen.


Weiterführende Informationen





irmgard.luetticken@dlr.rlp.de     www.Ernaehrungsberatung.rlp.de drucken