Genieße die Region: Kohlrabi – gesunde Knolle, wertvolles Laub

Kohlrabi ist ein besonders geschätztes Gemüse. Die Deutschen kultivieren seinen Anbau wie kein anderes Land in Europa. Zu kaufen ist Kohlrabi in Deutschland das ganze Jahr über. Die Saison für Kohlrabi ist allerdings jetzt. Er schmeckt zurzeit besonders saftig, vor allem, wenn man ihn gerne roh verzehrt. Aus heimischer Landwirtschaft kommt er auf kurzem Wege in unsere Küchen.


Oberrübe

Der Kohlrabi verdankt seinen Namen zwar der weit verzweigten Kohlverwandtschaft, aber ansonsten hat er mit Kohl oder Rübe im Aussehen und Geschmack wenig gemein. Weder Kopf noch Blume, weder Blätter noch Wurzeln sind das, was als Kohlrabigemüse zubereitet wird, vielmehr ist es der Stiel der Pflanze, der sich zu einer fleischigen Knolle verdickt.
Die Römer haben das Gemüse botanisch schon richtig eingeordnet, sie nannten es caulorapa, die Stängelrübe, denn seine als Knollen bezeichneten Früchte, die über der Erde wachsen - darum auch Oberrübe genannt - entstehen durch einen Verdickung des Stängels. So kamen die zart-weiß-grünen bis blau-violetten Knollen zu ihrem schönen deutschen Namen Kohlrabi.

In Deutschland wurde er 1558 erstmals erwähnt. In unserem Land sind die größten Erzeuger und Verbraucher der schmackhaften Knollen. Kohlrabi brauchen feucht-warmes Klima, um zart und saftig zu werden, und kurze Transportwege vom Feld zum Markt, um es auch zu bleiben. Von Mitte Mai bis November erntet man würzig schmeckende Freilandware. Zur Ernte werden die Pflanzen aus dem Boden gezogen, der Strunk und die unteren Blätter werden mit einem Messer abgeschnitten. Für die industrielle Verarbeitung arbeitet man mit Hackgeräten.


Wertvolle Blätter

Die Knollen enthalten eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe, darunter Senföle, reichlich Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Meistens wird die Knolle gegessen, aber fast dreimal so viele Vitamine befinden sich in den Blättern der Kohlrabi. Es empfiehlt sich daher, die jungen Blätter kleingehackt bei der Zubereitung mit zu verarbeiten. Man kann die Blätter einfach mit in der Soße mitdünsten oder sie wie Kräuter als Würze zum Salat geben.
Ob der Kohlrabi frisch ist, erkennt man ebenfalls an den Blättern: Sie müssen grün und knackig sein.


Einkauf und Zubereitung

Die von einer Wachsschicht überzogenen Knollen können plattrund, rund oder oval sein und bis zu 20 cm Durchmesser erreichen. Beim Einkauf sollte man nicht unbedingt zu den größten Exemplaren greifen, wenn man den Kohlrabi roh essen möchte, da sie oftmals holziger sind als die zarten kleinen Kohlrabi. Zum Füllen eignen sich allerdings die größeren Kohlrabi besser. Die Schale sollte möglichst keine beschädigten Stellen aufweisen und gleichmäßig gefärbt sein. Die Blätter sollten kräftig grün und die Stiele knackig frisch sein.
Die Sorten unterscheiden sich durch ihre weiße bis zartgrüne bzw. blaue bis violette Schalenfärbung, letztere hängt von ihrem Gehalt an dem Farbstoff Anthocyan ab. Der Farbunterschied hat allerdings keinen Einfluss auf den Geschmack der Rübe.

Kohlrabi hält im Gemüsefach bis zu 2 Wochen, wenn man ihn ein sauberes feuchtes Geschirrtuch einwickelt. Allerdings sollte man ihn nicht zu lange aufbewahren, da der Kohlrabi dann auch wiederum holzig werden kann.

Bei der Zubereitung werden die Knollen leicht abgebürstet, gewaschen und vom Wurzel- zum Blattansatz hin geschält. Bei sehr jungen, zarten Knollen genügt es, am Wurzelansatz eine Scheibe abzuschneiden und dann die Haut abzuziehen.

In eine frische Knolle kann man hineinbeißen wie in ein knackiges Radieschen oder einen herzhaften Apfel. Als Sticks geschnitten sind sie eine gesunde Knabberei und frische Ergänzung zum Pausenbrot. Zu Kohlrabi-Salat passen Nüsse, Möhren, hart gekochte Eier und viel frisch gehackte Kräuter.

Für die Zubereitung als Gemüse werden die Knollen zerteilt, gewürfelt oder gestiftelt und in wenig Salzwasser und Fett circa 15 bis 20 Minuten gegart. Kohlrabi eignen sich hervorragend für Suppen, Füllungen, Eintöpfe und Aufläufe. Warm zubereitet passen sie zu Fleischgerichten aller Art.


Rezeptideen





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