Der Rote Weinbergpfirsich „Die Diva“ unter den Pfirsichen - das Superfood von der Mosel

Stand: 09/06/2021
Im Obstregal liegt der Rote Weinbergpfirsich ganz unscheinbar neben seinen orangegelb leuchtenden Verwandten.
Erst wenn man die Frucht durchschneidet, besticht sie mit ihrer dunkel violett-roten Farbe und beim Reinbeißen überwältigt der vollmundige, intensive Pfirsichgeschmack.
Der bräunlich-rot-violette Fruchtpelz ist eine perfekte Tarnung für die Diva unter den Pfirsichen. Wie ein Mantel schützt er die wertvollen Inhaltsstoffe während der langen Reifephase vor Umwelteinflüssen, Temperatur und Schädlingen.
Roh schmecken die Früchte aromatischer als handelsübliche Pfirsiche, etwas herber und weniger süß. Die pelzige Schutzschicht schmeckt leicht bitter und wird daher gerne vor dem rohen Verzehr geschält. Aber hier teilen sich die Geschmäcker und jeder sollte die köstliche Frucht so genießen, wie er sie mag.
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Verwendung in der Küche

Der Weinbergpfirsich ist sehr empfindlich und muss in der Küche zügig und sorgfältig verarbeitet werden.
Die reif geernteten Früchte sind nicht lange lagerfähig. Sie bekommen gerne die Kernfäule, d.h. das Fruchtfleisch um den Kern herum beginnt braun zu werden und dann fangen die Pfirsiche an zu faulen.
Für die Verwendung in der Küche empfiehlt es sich, die Weinbergpfirsiche wegen ihrer Bitterstoffe zu schälen. Lässt man die reifen Früchte noch einen Tag nach der Ernte stehen, kann man die Schale gut mit einem Küchenmesser abziehen. Frisch lassen sich die Pfirsiche am besten mit einem Sparschäler bearbeiten.
Die Kerne lösen sich problemlos vom Fruchtfleisch. Tipp! Sie können die Kerne zur Deko in Glasvasen oder Kerzenhaltern verwenden.
Klassischerweise werden Weinbergpfirsiche zu Fruchtaufstrichen verarbeitet. Die Früchte des Weinbergpfirsichs sind innen leicht weiß mit einer dunkelroten Maserung. Das Fruchtfleisch behält auch nach dem Erhitzen seine rote Farbe. Die Großmütter haben immer vom Blutpfirsich gesprochen. Aus dem Fruchtpüree oder dem Fruchtsaft kann eine vorzügliche Konfitüre oder Gelee hergestellt werden. Der Geschmack und die Farbe des Roten Weinbergpfirsich sind einzigartig und intensiver als bei allen anderen Pfirsichen. Das macht den Fruchtaufstrich so einzigartig.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind:
  • das Einwecken in Gläsern oder das Einfrieren der Früchte
  • die Zubereitung als Chutney
  • die Verarbeitung im Salat und Gemüse
  • als Beilage zur Hauptspeise
  • als Basis für eine tolle Soße
  • als Zutat im Dessert oder einer Vorspeise
  • als Eis oder im Smoothie
  • als Belag eines herzhaften oder süßen Gebäcks
  • zu einer süßen Mehlspeise oder gar
  • getrocknet als Topping fürs Müsli.
Viele leckere Rezepte finden sich im Buch „Der Rote Weinbergpfirsich“ von Ingeborg Scholz.
Der Weinbergpfirsich ist in der modernen Küche sehr vielseitig einsetzbar. Gerade zur Aufwertung von vegetarischen Gerichten z. B. Salaten, ist er in der Saison unbedingt zu verwenden. Frisch eingesetzt, muss der Weinbergpfirsich nicht geschält werden.
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Bedeutung als regionales Superfood

Jedes Land führt eine Hitliste seiner Top 10 der regionalen Superfoods. In Amerika wird sie angeführt von den Heidelbeeren. Für die Mosel könnte das der Rote Weinbergpfirsich sein, gefolgt von Brombeeren, Johannisbeeren und roten Weintrauben. Echtes Superfood kommt aus der Region und wird in der Saison verzehrt oder verarbeitet.

Informationen: Superfoods - wirklich super?

Was zeichnet den Roten Weinbergpfirsich als Superfood aus?

Ähnlich anderen Obstarten leistet er seinen Beitrag zur Versorgung mit Vitaminen wie C und E und mit Kalium.
Hervorzuheben ist der Gehalt an verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen, die für die Farbe, das Aroma und den Geschmack wichtig sind. Dazu gehören zum einen die Flavonoide aus der großen Gruppe der Polyphenole. Der Name „Blutpfirsich“ weist zum anderen auf den Gehalt an Anthocyanen hin, rote, blaue und violette Farbstoffe, ebenfalls zu den Polyphenolen gehörend. Sie kommen im Fruchtfleisch und in der Haut des Roten Weinbergpfirsichs vor, ebenso wie die Carotinoide, gelb, orange, rote Farbstoffe. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können Zellen vor Schädigungen schützen.


Wer „die Diva“ einmal kennen gelernt hat, freut sich jedes Jahr auf ihren Genuss.


Quellen und weitere Informationen


Hannelore.Jacobi@dlr.rlp.de     www.Ernaehrungsberatung.rlp.de drucken nach oben  zurück