Inulin, Polydextrose???


Frage:
Hallo,

ich verzehre ausschließlich mittlere Mengen brennwertverminderte Produkte als Nachtisch (davon hauptsächlich Joghurt, selten auch kalorienreduzierte Diätschokolade). Letztens las ich, dass z. B. Inulin (-was sehr oft in Diätjoghurt und -schokolade zu finden ist-) bei übermäßigem Verzehr Flatulenzen verursacht. Bis zu welcher Höchstmenge pro Tag an Inulin, Oligofruktose, Polydextrose und Zuckeralkoholen (wie Maltit oder Isomalt) brauche ich nichts davon zu befürchten? So, dass die Luft im Schlafzimmer angenehm bleibt?

Danke.

Antwort:
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

es handelt sich bei den von Ihnen genannten Stoffen um Zuckeraustauschstoffe oder Ballaststoffe, deren Verträglichkeit individuell unterschiedlich ist. Nebenwirkungen sind Blähungen und osmotisch bedingte Durchfälle. Bei regelmäßigem Verzehr kann sich der Körper jedoch an die Zufuhr gewöhnen und die Toleranzgrenze kann steigen.

Hier die Toleranzschwellen für Zuckeraustauschstoffe bei nicht-adaptierten Erwachsenen:
  • Fruktose: 70 g / Portion oder >90 g / Tag
  • Mannit: 10 - 20 g
  • Sorbit: 20 g / Portion oder 50 g / Tag
  • Xylit: 20 g / Portion oder 50 g / Tag
  • Lactit: 25 g / Portion oder 40 g / Tag
  • hydrierter Glukosesirup (Lycasin): 40 g / Portion oder 80 g / Tag
  • Maltit: 30 g / Portion oder 50 g / Tag
  • Isomalt (Palatinit): 30 g / Portion oder 50 g / Tag
(Quelle:Ernährungsmedizin in der Praxis, Kapitel 8/15.3.1, Seite 3)

Inulin und Oligofruktose werden Lebensmitteln als Präbiotikum zugesetzt. Prof. Dr. E. Wisker berichtet in ihrem Artikel "Präbiotika: Überblick über die Ergebnisse von Studien am Menschen" (in: Ernährungs-Umschau 12/2002) von einer Studie, in der die Vertäglichkeit von Fruktose-Polymeren untersucht wurde. 71 - 94 % der Probanden vertrugen Mengen bis etwa 30 g / Tag. Die Verträglichkeit war besser:
  • bei Aufnahme mit festen Lebensmitteln im Vergleich zur Aufnahme über Getränke
  • von Inulin im Vergleich zu kurzkettigen Päbiotika
  • bei Verteilung der Dosis auf mehrere Portionen im Vergleich zur Aufnahme über eine Portion.
Bei 1 - 4 % der Probanden führten jedoch schon Mengen über 10 g / Tag zu Unverträglichkeiten.

Polydextrose (E 1200) ist eine synthetische lankettige Verbindung aus Glukose, Sorbit und Zitronensäure. Sie kann von den menschlichen Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden. Polydextrose wird als Füllstoff und Feuchthaltemittel vor allem in kalorienreduzierten und Diätprodukten (Fettaustauschstoff) eingesetzt. Die Toleranzgrenze wird mit 50 g / Portion bzw. 90 g / Tag beschrieben (Quelle: Verbraucherzentrale (Hrsg.): Was bedeuten die E-Nummern?, Hamburg 2004).


Ein Vorschlag von meiner Seite:
Probieren Sie 1,5 %igen Joghurt anstelle des Diätjoghurts. Wenn Sie gerne Früchtejoghurt essen, können Sie diesen sehr gut selbst aus Naturjoghurt und kleingeschnittenen frischen Früchten herstellen. Oder Sie mischen handelsüblichen 1,5 %igen Früchtejoghurt mit Naturjoghurt oder Quark und reduzieren auf diese Weise den meist hohen Zuckergehalt des Früchtejoghurts.

Mit freundlichen Grüßen
i.A.
gez. Irmgard Lütticken





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